Barrierefrei

Durchmesserlinie bericht

Ab Fahrplan Dezember 2015 komme ich von Bern im neuen Bahnhof Löwenstrasse (Durchmesserlinie) an und fahre von dort auch wieder zurück nach Bern.


Meine bis jetzt gesammelten Erfahrungen mit dem Schräglift:
- Lange Wartezeiten (unten und oben > Querhalle oder Mittelstock), Lift ist überlastet.
- Extrem enge Verhältnisse im Lift.

Mobility Service Helfer haben nicht im Mittelstock wie vorgängig abgemacht, sondern unten auf dem Perron gewartet. Jemand hat mir glücklicherweise geholfen, sonst hätte ich den reservierten Zug verpasst. Das war ein schlechter Einstieg für mich.

Wenn ich nach Chur reise, muss ich jetzt eine halbe Stunde am HB Zürich warten, vorher konnte ich nahtlos umsteigen. D.h. ich verliere einiges mehr an Zeit für den Transfer. Überhaupt, so oder so, muss ich nun einiges mehr Zeit für alle Bewegungen am HB einplanen.

Was passiert, wenn es z.B. unten brennt und die Leute rasch möglichst an die „Oberfläche“ gelangen müssen. Wie sieht in so einem Fall das Notfallszenario aus. Lifte sollten ja logischerweise nicht benützt werden! Wie kommen die Rollstuhlfahrer etc. hoch? Keine Ahnung!

Das gleiche gilt für die Zwischenstöcke. Wenn ich jetzt von Bern ankomme und auf den Uetliberg gehen will, was ich des Öfteren mache, gibt es keine Rampen um die Höhendifferenz im Mittelstock zu überwinden. NEIN, ich muss einen Lift benutzen zusätzlich zum Schräglift und dann wieder einen Lift runter zum Perron der Uetlibergbahn. Für Behinderte immer ein grosser zusätzlicher Aufwand, gerade wenn sie auch mit der Motorik Schwierigkeiten haben.

Die engen Platzverhältnisse haben den Bau von Rampen „verhindert“. Wohl hätte es auf der Seite des Hauptgebäudes für grössere Lifte Platz gehabt, hingegen nicht auf der Seite der Sihlunterführung.
Dass die Schräglifte so klein/eng gebaut wurden, hängt damit zusammen, dass die Perrons des alten Bahnhofs (Haupthalle) und die des neuen Bahnhofs Löwenstrasse (Durchmesserlinie) nicht übereinander d.h. effektiv versetzt liegen und nur so der Zugang mit einem Lift zu den Gleisen 30-34 der Durchmesserlinie in die Sihlpassage und Haupthalle überhaupt möglich ist.


Seit dem Umbau ist es für mich sehr viel komplizierter geworden, eigentlich sollten Neubauten ja dazu da sein, auch den Behinderten Rechnung zu tragen > das Leben zu vereinfachen und nicht zu verkomplizieren!

Mein Ansprechpartner in Brig ist Werner Jordan. Auf alle meine Fragen gibt er mir immer rasch und soweit in seiner Möglichkeit kompetent Antwort und leitet meine Erfahrung im Alltag an die zuständige Fachstelle weiter.

Bericht von Lukas Keller